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Sant Antoni Tribünen © by Daniel Krasa - RKH-Verlag
Tribünen am Stand von Sant Antoni

Kennzeichnung

Touristenzentrum

Sant Antoni war einmal ein kleines Fischerdorf an der gleichnamigen Bucht. Bereits in den 1930er-Jahren wurden dort die ersten Hotels errichtet, und Sant Antoni entwickelte sich – nach den Strandbereichen südlich von Eivissa – langsam zum zweiten Touristenzentrum der Insel. Was eigentlich erstaunlich ist, denn es gibt in Ortsnähe nur einen einzigen »echten«, dazu winzigen
Strand in der Cala des Moró. Die Playa S’Arenal an der Ostseite der Bucht wurde später aufgespült.

Ortskern

Vor allem in den 1970er-Jahren lief die Stadtentwicklung ziemlich aus dem Ruder mit dem Ergebnis, dass die Silhouette von Sant Antoni und der gegenüberliegenden Hotelvororte an der Südflanke der Bucht bis heute durch unattraktive Hochbauten und Betonklötze in Kastenform geprägt ist. Die Straßen des Ortes sind eng bebaut und überwiegend dicht besetzt mit Restaurants, Kneipen und Shops für eine in Deutschland als »Ballermann-Tourismus« gekennzeichnete Nachfrage, hier jedoch eher orientiert an britischen Bedürfnissen und Gewohnheiten.

Sommerprobleme

In keinem anderen Ort Ibizas gibt es so viele Drogendelikte, Schlägereien und Randale von Alkoholisierten wie hier dank zahlreicher – vor allem jugendlicher – Feiertouristen aus Großbritannien, die ab Mitte Juni mehrheitlich Sant Antoni bevölkern bei durchaus nennenswerter Beteiligung skandinavischer wie deutschsprachiger Mitstreiter. Dies gilt indessen nur im Sommer bis Mitte September; davor und später und erst recht im Winter herrscht provinzielle Ruhe.

Zentralbereich

Die Innenstadt Sant Antonis erstreckt sich über einige Blocks zwischen der Achse Rathaus/Kirche Sant Antoni und der Avinguda Isidor Macabich einerseits und dem breiten Hafenboulevard und der Carrer Antoni Riquer andererseits. Das lärmige Nachtleben spielt sich im sog. Westend in der Carrer Bartomeu
Vicent Ramón, in der Carrer Mar und in der Carrer Vara de Rey ab, aber auch in der Avinguda Dr. Fleming entlang der Ostseite der Bucht (Straße in Richtung Sant Josep).

Hafenpromendas

Eine Oase der Ruhe war früher das bei den Kennern der ibizenkischen Musikszene schon Kultstatus besitzende Café del Mar am westlichen Ende des Hafenbereichs auf Klippen am Meer. Damit ist es seit 2007 vorbei. Die Hafenpromenade wurde entlang der Küste nach Nordwesten bis zur Cala des Moró um fast 2 km verlängert. Eine ganze Reihe von Lokalen bietet nun Platz
in der ersten Reihe für den Drink zur täglichen »Sonnenuntergangsshow« und davor sogar Gratistribünen.

Promenade um die Bucht

Schon vor Jahren war die Promenade rund um die Bucht nach Süden und dort nach Westen ausgebaut worden. Sie läuft – vorbei am künstlichen Playa S’Arenal – kilometerlang zwischen Stränden und Hotels bis zur Punta Xinxó. Denn auf der Südseite steht mittlerweile der größte Teil der von Veranstaltern angebotenen Unterkünfte. Boote verbinden die »Hotelvororte« mit dem zentralen Sant Antoni von morgens bis abends in einer Art Linienverkehr (nur im Sommer).

Fazit

Viel bzw. zuviel Betrieb ist in Sant Antoni nur in der Zeit von Juni bis einschließlich September. Aber auch in der Vor- und Nachsaison wird der Ort nicht schöner, und die Strände sind nicht näher. Wer im Sommer freiwillig und in Kenntnis der Situation Ferien in Sant Antoni bucht, sucht vor allem »Halligalli«. Urlauber mit anderen Vorstellungen dürften aber auch außerhalb der Hauptsaison mit der Wahl Sant Antonis meist nicht glücklich sein, sieht man von ausgewählten Häusern ab.

Cala Bassa © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag
Der Strand Cala Bassa bei Sant Antoni

Strände in und bei Sant Antoni

Cala d’es Moró

In Ortsbereich von Sant Antoni gibt es nur einen einzigen kleinen Strandzipfel von ca. 20 m Breite in der Cala des Moró. Wer auf dem Sand keinen Platz findet, sonnt sich auf Holzterrassen dahinter. Diesen quasi »Hausstrand« der Stadt erreicht man zu Fuß auf der Nordwestpromenade oder aber etwas direkter und
auch mit Fahrzeug z.B. über die Avinguda Isidor Macabich und ab der Plaça Aragó nach links (C. Lope de Vega). In Verlängerung der Promenade führt ein Fußweg entlang der Küstenklippen bis zum Naturaquarium beim Cap Blanc (ca. 1 km).

Nordstrände

Kleine, sogar romantische Strandbuchten findet man nördlich von Sant Antoni. Sie werden ab Seite 122 beschrieben. Für die Mehrheit der Urlauber sind die Strände am Ost- und Südufer der Bahia de Sant Antoni wichtiger:

Platja S’Arenal

Zunächst ist da als längster die künstliche Platja s’Arenal, die gleich südlich des Hafens unterhalb des zentralen Kreisverkehrs mit dem »Ei des Columbus« beginnt. Daran schließen sich die Strände von S’Estanyol bis zur Punta Xinxó unter wechselnden Bezeichnungen an. Sie alle sind durch die streckenweise palmenverschönte Strandpromenade um die Bucht miteinander verbunden, hellsandig, breit und – dank Aufspülung – auf Teilabschnitten recht großflächig. Die Wasserqualität an ihnen, also in der inneren Bucht von Sant Antoni, ist in dieser Ecke weniger brillant als an den meisten anderen Stränden der Insel.

Südweststrand

Außerhalb der »Promenadenreichweite« liegt die Caló de s’Oli an der hier schon erweiterten Bucht von Sant Antoni. Sie ist nicht zugebaut, ihr Strand dennoch in der Saison ziemlich voll.

An allen Strandbrennpunkten findet man Segel-, Tauch- und Surfschulen. Der Club Nautico Sant Antoni, Passeig Maritim in Sant Antoni, Tel. 971 340645, bietet Segel- und Surfkurse für Kinder.

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