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Mitunter werdet ihr runde, wunderschöne Seeigelskelette finden. Sie sind zart und zerbrechlich und hellgrau, bräunlich oder grauviolett gefärbt. Ihre Form erinnert an die Zwiebelkuppel einer russischen Kirche. Winzige Noppen sitzen auf der dünnen Kalkschale, die von feinen Streifen geschmückt wird. Wenn ihr sie gegen das Licht haltet, seht ihr, daß die Kalkschale teils durchscheinend ist, teils aber auch kleine Löcher aufweist, die ein wunderbares, filigranes Ornament bilden.

Noch schöner ist die Wirkung, wenn ihr bei Dunkelheit eine dünne Taschenlampe an die Öffnung eines Seeigelskeletts haltet. Dann strahlt dieses Wunderwerk der Natur wie eine Zauberkugel. Die Skelett-Kugeln der Steinseeigel haben nur schmale Mundöffnungen. Deshalb findet ihr darin häufig noch den Kauapparat, der wie eine kleine Laterne aussieht und Laterne des Aristoteles genannt wird.



Es macht viel Spaß, im flachen Wasser Steine umzudrehen und zu sehen, was sich darunter verbirgt. Unter vielen Steinen haben sich kleine Tiere versteckt. Hohlräume unter Steinen sind ihre Heimat, deshalb solltet ihr alle Steine gleich wieder so hinlegen, wie ihr sie vorgefunden habt.

Ihr werdet vielerlei unterschiedliche Schnecken, kleine Krabben, Seesterne, Schlangensterne, Seegurken, gelbe und rote Fischchen und vielleicht sogar kleine Tintenfische antreffen. Entscheidend ist das geduldige Beobachten und das genaue Hinschauen:

Das Algenbüschel, das da über den Meeresboden kriecht, ist erst beim zweiten Blick als eine kleine Seespinne zu erkennen, also als eine Krabbe mit langen Beinen, die sich mit Algen getarnt hat. Die Wachsrosen, die dort in Gruppen auf den Felsen kleben, sind Blumentiere und keine Pflanzen. Sie werden zu den Seeanemonen gezählt. Ihre grünen Tentakel (Tastarme) haben purpurne Spitzen. Sie halten eure Finger genauso fest wie die kleinen Wassertiere, mit denen sie sich ernähren. Was aussieht wie Gruppen kleiner Pilze, sind Kolonien von Schirmchen-Algen.

Wenn ihr sehen wollt, welche Fische zwischen den Felsen im Seichtwasser leben, braucht ihr nur ein vom Frühstückstisch mitgebrachtes Brötchen im Wasser zu zerbröseln – und schon kommen sie angeschossen. Da gibt es Lippfische in vielen Arten, bunte Meerpfauen und Meerjunker, aber auch kleine Meergrundeln und Schleimfische in vielen Farbvariationen. Falls ihr etwas tiefer ins Wasser geht, interessieren sich bestimmt auch größere Fische für eure Brotbrösel: Goldstriemen, Geißbrassen und Brandbrassen unterbrechen ihre Weide auf den Seegras-Wiesen und kommen herbeigeschwommen.

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