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Cremadillo
Cremadillo © Edition Sigloch Fotoarchiv

Was trinkt man auf Mallorca?

Palo, Hierbas, Sangria, zumo de naranja, cafe con leche, vino tinto y vino blanco etc. - einige Anmerkungen zu den wichtigsten Getränken dürfen nicht fehlen. Zunächst zum Aperitif, der auf Mallorca wie anderswo im wesentlichen internationalen Charakter hat. Vorrätig ist im Prinzip alles, was alkoholisch Rang und Namen besitzt.

Um eine Besonderheit handelt es sich eigentlich nur beim Palo, einem süßlichen Likör aus gebranntem Zucker mit ein wenig Chinin und gekochten Orangen- und Zitronenschalen. Man genehmigt sich gerne seinen Palo in kleinen Gläschen, bevor das Essen aufgetragen wird.

Frisch gepressten Orangensaft pur oder als Basis für einen Drink sollte man sich zur Reifezeit der Orangen nicht entgehen lassen. Dank des hohen Süßegrades mallorquinischer Orangen schmeckt er sehr gut und ist meisten noch einigermaßen preiswert (ca. €2 - €3/Glas). Wenn es ihn gibt! Außerhalb der Anbaugebiete wird man in vielen Restaurants vergeblich danach fragen. Zumo Jugo naturál de naranjas heißt das auf Spanisch.



Wer nicht auf »Köpi« oder »Warsteiner« besteht (und fast überall bekommt), sollte auf die einheimischen Sorten zurückgreifen, die teilweise sogar auf Mallorca gebraut werden. Das spanische Bier ist gut und billiger als die Importmarken, wenngleich nicht nach deutschem Reinheitsgebot produziert.

Zwar wird auf Mallorca um Binissalem/Santa Maria/Sencelles und /Petra, sogar bei Andratx auf über 500 ha Wein angebaut, aber die Erzeugung reicht bei einer solch kleinen Fläche bei weitem nicht, um den Bedarf zu decken; immerhin wächst sie zur Zeit wieder und die Qualität ist z.T. ausgezeichnet.

Sangria /© Jonathan Conklin - Fotolia
Sangria/© Jonathan Conklin - Fotolia

In den Weinregalen der Supermärkte führen die lokalen Weine eher ein Schattendasein. Auf den Weinkarten der Gastronomie findet man sie aber zunehmend. Die Preise für bessere Weine, egal ob von der Insel oder vom Festland, sind erstaunlich hoch. Eine durchschaubare Beziehung zwischen Weinpreisen und Qualität lässt sich dabei nur schwer entdecken. Die Gefahr, für teures Geld Wein minderer Güte in wertvoller Aufmachung zu erstehen, ist groß. Wenn man sich schon auf Mallorca befindet, liegt es daher umso näher, die lokalen Weine zu probieren.

Im Kapitel 7 wurde unter den Ortsnamen bereits auf die Rotweine aus Binissalem (z.B. Ferrer) und Andratx (Santa Catarina) und die Weißweine aus Felanitx hingewiesen. Auch die Rotweine der Bodega Oliver aus Petra sind nicht schlecht.

In den meisten Lokalen ist die Bestellung des »Hausweins« (oft in typischen Halbliter-Krügen aus Keramik) meist eine gute Wahl. Der Vino de la Casa ist außerdem häufig die einzige Möglichkeit, weniger als eine ganz Flasche kommen zu lassen. Nur an der Bar lässt sich Wein glasweise ordern.

Durchaus üblich ist es, den Wein – vor allem zur Mittagszeit – mit Mineralwasser zu verdünnen. Mallorquiner trinken das Wasser separat. Abgesehen davon hat man sich in mallorquinischen Restaurants auch an ausschließlich Mineralwasser trinkende ausländische Gäste gewöhnt. Das Wasser wird aus inseleigenen Quellen abgefüllt und ist sowohl mit als auch ohne Kohlensäure erhältlich: Agua mineral con bzw. sin gas.

Die Sangría, also die Rotweinbowle mit allerlei mehr oder weniger geeigneten Zutaten, gehört zum Spanienurlaub wie die Paella, da macht auch Mallorca keine Ausnahme. Man kann sie in fast allen Bars und Restaurants ordern und es gibt große qualitative Unterschiede. Man sollte sie aber nicht pauschal verachten.



Allgemein üblich ist der Kaffee nach dem Essen. Und zwar aus der Espressomaschine. Das kleine Tässchen starken Kaffees heißt Café solo und wird normalerweise mit viel Zucker genossen. Wem der Tasseninhalt nicht reicht, bestellt Café americano oder largo oder doble und erhält eine große Tasse Espresso. Kaffee mit Milch heißt Café con Leche, es handelt sich dabei um normalen schwarzen Kaffee, der mit viel warmer Milch aufgefüllt wird. Nur ganz wenig Milch enthält der Café cortado. Für den Kaffee nach gewohnter Art – mit oder ohne Sahne – muss man schon Lokale aufsuchen, die mit deutschem Kaffee werben. Beliebt ist zum Café solo ein Schuss Cognac bzw. Brandy. Aus dem so verfeinerten Kaffee wird dadurch ein Caragillo.