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Geschichte und Politik in Myanmar


Es soll hier nicht der Versuch unternommen werden, eine detaillierte Darstellung der historischen und politischen Entwicklung Myanmars zu liefern. Dieser Stoff würde den Rahmen meines Reiseberichts sprengen und ist in anderen Werken nachzulesen.

Nach einem kurzen Rückblick auf frühere Epochen möchte ich mich im wesentlichen auf Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts beschränken. Zuerst kamen die Pyu, dann die Mon, es folgten die Burmanen und schließlich die Shan. Sie alle haben sich untereinander und an wechselnden Fronten bekämpft, verbündet und verraten, sie haben Königreiche gegründet und zerstört. Bis es den Burmanen im elften Jahrhundert gelang, in Bagan das erste vereinigte burmesische Königreich zu schaffen. Nicht lange danach entwickelte sich eine Schriftsprache, und der Theravada-Buddhismus wurde die Hauptreligion.



Als im dreizehnten Jahrhundert die Armee Kublai Khans in Bagan einfiel und große Teile in Schutt und Asche legte, brach das burmesische Reich zusammen. Die Shan und die Mon nutzten das Vakuum, das die Chinesen hinterlassen hatten, um ihre eigenen Königreiche zu errichten oder wiederherzustellen, konnten sich aber letztlich nicht gegen die Burmanen durchsetzen. Diese gründeten ein zweites burmesisches Reich, das vom sechzehnten bis zum achtzehnten Jahrhundert währte. Es folgte ein drittes und letztes burmesisches Reich und mit ihm die letzte Königsfamilie. Die Burmesen überfielen die thailändische Hauptstadt Ayutthaya und zerstörten sie zum zweiten Mal. Als sie aber schließlich über die Grenze in die westlichen Provinzen Indiens eindrangen, nahmen die Briten dies zum Vorwand, Burma zu annektieren – ein Prozeß, der in drei Stufen vor sich ging.