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Doris Wiedemann, Allgäu - mit Neuschwanstein, Oberschwaben und Allgäuer Alpen

Kategorie: Reisebücher des Monats ǀ

Das Allgäu bezeichnet heute vor allem eine populäre Urlaubsregion in Südwestbayern mit Fokus auf den Allgäuer Alpen, die u.a. ein Zentrum des deutschen Wintersports bilden. In dem ausgedehnten Gebiet des Allgäus etwa zwischen Lindau und Füssen sowie Memmingen und Oberstdorf gibt es für Besucher aus dem In- und Ausland zahlreiche attraktive Ziele, weshalb dort der Tourismus vielerorts und ganzjährig ein dominierender Faktor ist.

 

Der Reiseführer Allgäu aus dem Trescher Verlag

Der Trescher Verlag gibt seit Anfang der 90er Jahre klassische Reiseführer heraus, ein Schwerpunkt seines Programms sind Deutschlands Osten, Bayern sowie Österreich. Der vorliegende Band Allgäu erschien Ende April 2016 in 2. Auflage und umfasst 316 Seiten, gegliedert in die Kapitel Land und Leute, Unterallgäu, Ostallgäu, Westallgäu und Reisetipps von A-Z. Das solide gemachte Buch enthält viele ansprechende Farbfotos sowie 29 Stadtpläne und Übersichtskarten. Nach jedem Ortskapitel folgen, farblich in dezentem Blauton abgehoben, reisepraktische Informationen zu Unterkünften, Einkehrmöglichkeiten, Freizeitaktivitäten etc.. So weit, so gut.

Die inhaltliche Ausrichtung erscheint insgesamt recht konservativ, es dominieren Ausführungen zur Geschichte und (sakralen) Architektur sowie zu Museen aller Art. Aktivurlaub (Wandern, Radfahren Skifahren , ...) sowie Spiel und Spaß haben ebenfalls ihren Platz in dem Reiseführer, sind aber für die Tagesgestaltung vor Ort höchstens als Anregungen brauchbar, für die Detailplanung (z.B. Wanderungen am Nebelhorn oder Fellhorn bei Oberstdorf) benötigte man weitere, tiefer gehende Informationen.

Das Hauptmanko dieses Werkes ist aber nicht so sehr der Mangel an Informationen, welche die Autorin akribisch und wohl auch aktuell sowie zuverlässig zusammengestellt hat, sondern deren nicht immer kompetente Auswahl und das Fehlen von Wertungen, die dem Individualurlauber Entscheidungshilfen an die Hand geben, die Spreu vom Weizen zu trennen. So wird z.B. nicht klar, dass Immenstadt samt Alpsee in Relation zum nahen Oberstaufen kein lohnenswertes Ausflugsziel darstellt. Auch sind die Tipps zu Unterkünften und Einkehrmöglichkeiten überprüft am Beispiel Oberstdorf eher dürftig zu nennen. Die Hauptgasthöfe mit ihren attraktiven Biergärten (Augustiner, Traube, Zum Wilde Männle) werden mit keinem Wort erwähnt, das Top-Hotel des Ortes Löwen&Strauss, das bei den Bewertungsportalen am besten abschneidet, sucht man bei Frau Wiedemanns Tipps vergeblich. Hier ist noch deutlich Luft nach oben!

Insgesamt kann man den Reiseführer Allgäu aus dem Trescher Verlag als erste und in Teilen durchaus fundierte Information über die Region anfänglich zu Rate ziehen, für die tägliche Urlaubsgestaltung vor Ort benötigt man allerdings weiterführendes Material, damit der Aufenthalt nicht zur Enttäuschung wird.