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Definition von "Down under" für Australien


Australien - Ein Land und seine Besonderheiten

Petrogale xanthopus © by Peripitus - wikipedia.org
Petrogale xanthopus © by Peripitus - wikipedia.org

Der Fünfte Kontinent, Down Under oder Land of Down Under, Oz oder Land of Oz, Aussie – die Bezeichnungen für Australien sind so vielfältig wie das Land selbst, das vom südlichsten Ende der tasmanischen Insel bis zur Spitze am Cape York Peninsula reicht. Dazwischen befinden sich ca. 4.000 Kilometer, auf denen großartige, menschenleere Strände mit Korallenriffen, faszinierende Metropolen, das einmalige Outback sowie die rote Wüste Anziehungspunkte bilden.

Down under - wörtlich: unten drunter - meint kollektiv neben Australien auch die umliegenden Länder wie Neuseeland und weitere Inseln im Südpazifik.

Was ist es, das Jahr für Jahr Millionen von Reisenden nach Aussie zieht? Und wieso gibt es jährlich fast 100.000 Auswanderer, die sich hier niederlassen? Egal ob, Sie Australien per Flugzeug, Camper oder Auto entdecken, eines steht fest: Sie können sich auf eine Reise voller Erlebnisse und toller Eindrücke von einem beeindruckenden Land und seinen Bewohnern freuen.

Das Land Down Under – um Australien zu entdecken, muss man den Globus drehen. Wer schließlich am Fünften Kontinent gelandet ist, wird das unmittelbar nach dem Ende des ca. 24 Stunden langen Fluges feststellen: Bereits die Zoll-Mitarbeiter sind nach australischer Manier eingekleidet – nämlich im Rancher-Outfit, zu dem Outback-Hut, hellfarbige Shorts und ein Safari-Hemd mit kurzen Ärmeln zählen. In Aussie läuft vieles anders als auf der restlichen Welt – das erkennen Reisende schnell. Australien ist zwar ein Mitglied im British Commonwealth und die Bevölkerung hat größtenteils europäische Wurzeln, doch entwickelt und pflegt man auf dem Kontinent über die Jahrhunderte hinweg seine eigenen Gepflogenheiten.

Twelve Apostels © by Jokerine (Hdreioplus) - flickr.com
Die Twelve Apostels an der Great Ocean Road © by Jokerine (Hdreioplus) - flickr.com

Der „Australian way of life“ ist einzigartig und offenbart sich auch bei Betreten eines Shops oder eines Lokals: „G’day! How are you?“ lautet die freundliche Begrüßung. Und nicht weniger heimelig mutet der Abschied mit „See you later!“ an – es denkt zwar niemand ernsthaft an ein baldiges Wiedersehen, doch freundlich wirkt es allemal. Sie bekommen ein aufmunterndes „You will be fine!“ zu hören, wenn Sie auch nur im Geringsten zweifeln oder einmal nicht wissen, wie es weitergeht.

Relaxed und unkompliziert, nahezu ohne jegliche Etikette geht es im Alltag – egal ob in der Freizeit oder im Geschäftsleben – zu, selbst im Business findet die direkte Anrede ausschließlich über den Vornamen statt und genauso entspannt ist das äußerliche Auftreten der Australier: In der Regel pfeifen Aussies auf europäische Maßstäbe, was die Kleiderordnung betrifft, und auf Schlips und Kragen verzichten die meisten. Selbst in den Straßen von Melbourne sind die Einheimischen in Flipflops oder überhaupt ohne Schuhe anzutreffen. „Take it easy!“ – das gilt eben auch bei der täglichen Kleidung. Allerdings sollte das auch niemanden wundern, bei mitunter tropischen Tagestemperaturen in der Mitte Australiens, aber auch im Landesnorden wird es im Sommer schließlich manchmal unerträglich heiß. Wie gut, dass diverse Bilderbuchstrände rund um das Great Barrier Reef und an den Küsten von Queensland zu einem erfrischenden Aufenthalt einladen – nicht nur auf Wellenreiter und Taucher wartet hier ein wahres Eldorado.

Fitzgerald National Park © by Boticario - wikipedia.org
Das einsame Outback in der Mitte Australiens © by Boticario - wikipedia.org

Der australische Wortschatz eignet sich nicht unbedingt dazu, um seine in der Schule erlernten Englischkenntnisse aufzubessern. Zu den Phrasen, die die Aussies am öftesten verwenden, zählen nämlich „fucking“ und „bloody“. Doch keine Sorge, das ist nicht ernst gemeint – nicht weniges ist eben „fucking“ und „bloody“, selbst wenn es lediglich um ein Bier geht: ein „bloody XXXX“ (wird „Four Ex“ ausgesprochen).

Überhaupt ist Alkohol ein populäres australisches Thema: Öffentlich alkoholische Getränke zu konsumieren, ist – wie in Kanada oder den USA – verboten und ausschließlich in geschlossenen Räumen oder auf privaten Grundstücken erlaubt. Wo geduldet, fließt der Alkohol, egal ob Bier, Wein oder Spirituosen, aber in oft rauen Mengen. Viele Restaurantbetreiber bieten ihren Gästen außerdem „BYO“ an – „bring your own“ heißt hier, dass man gegen Zahlung einer kleinen Gebühr (ca. 1 AUS-Dollar) seine eigenen alkoholischen Getränke mitnehmen und sie zum bestellten Menü konsumieren darf. Viele Einheimische statten daher, bevor sie sich ins Restaurant begeben, dem in der Regel ohnehin nahen „Bottle Shop“ einen Besuch ab, um sich mit Wein und Co. einzudecken. Versuchen Sie es: Dadurch umgeht man die hohen Restaurantpreise für alkoholische Getränke und kann sich obendrein wie ein wahrer Local fühlen.

Die Australier kann man generell als trinkfest bezeichnen – alle möglichen Auswirkungen leider inkludiert. Nicht für jeden sind die Folgen des Drogen- und Alkoholkonsums immer direkt erkennbar. Leider ist Australien aber auch ein Land voller einsamer Menschen mit sozialen Problemen. Einsam kann man dort allerdings schnell werden – schließlich hat der Kontinent die 22-fache Größe Deutschlands und nimmt fünf Prozent der gesamten Erdoberfläche ein. Häufig bestimmt die Weite das Leben: Im Outback findet sich der nächste Supermarkt oder Nachbar erst nach Hunderten Kilometern.

Reisende, die auf der Suche nach Ruhe sind, kommt diese Einsamkeit natürlich entgegen: An den Küsten von Queensland muss man nicht mit überfüllten Stränden rechnen, vielmehr warten ruhige, hübsche Buchten, ein glasklares Meer und ein tief blauer Himmel. Und rasch merkt man, dass die Reisführer nicht lügen: Australien ist in der Tat ein Wunder der Natur und besticht durch einen einmaligen Lebensstil.