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Kopenhagen Reisebericht, Teil VIII

Andersen Denkmal
Andersen Denkmal © EKö - Reisebuch.de

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Unser Weg führt vorbei am Andersen-Denkmal durch den Andersen Boulevard vorbei an üppig blühenden Blumenbeeten zum Dänischen Design Center. Dank Copenhagen Card kommen wir wieder kostenlos in die Ausstellung.

Design Center
Design Center © EKö - Reisebuch.de

Hier wird sehr anschaulich demonstriert, dass Design kein Selbstzweck ist, sondern dass man immer darauf bedacht ist, bei der Entwicklung schon darüber nachzudenken, was den Alltag praktischer und sicherer machen kann. Das kann man bei Küchenutensilien, Werkzeug, Möbeln, Spielzeug, Reisebedarf und anderen Dingen erkennen. Ein Film zeigt zum Beispiel, worauf bei Gartengeräten geachtet wird, dass es ergonomisch geformt sein sollte, um die Kraft optimal einsetzen zu können.

Verblüffend ist ein Film über japanische Zahnstocher. Sie sehen an der
einen Seite aus wie gedrechselt, und wer hat sich schon mal Gedanken darüber gemacht, warum das so ist. Durch die eingefrästen Rillen lässt sich das Hölzchen leicht brechen und jeder weiß dann, es ist benutzt. Außerdem kann die benutzte Spitze auf dem abgebrochenen Teil abgelegt werden. Vielleicht nicht gerade das, was die Menschheit braucht, aber mit Sicherheit ein Beispiel für praktisches Design.

Heute sind wir früher als sonst im Tivoli. Es ist sehr windig, und es fällt auf, dass sich das hohe Kettenkarussell nicht so schnell dreht wie sonst. Wir laufen im Park herum und gönnen uns einmal mehr ein Softeis. Anschließend hören wir ein kostenloses Konzert, das alle paar Stunden auf einer der drei Bühnen stattfindet. Diesmal sind ist es Musik von dänischen Komponisten.

Kurz vor 19 Uhr nehmen wir im Zuschauer-Bereich unter freiem Himmel am Pfauen- oder Pantomimentheater Platz. „Der falsche Diener“ heißt das Stück.

Theater im Tivoli
Theaterbühne im Tivoli © EKö - Reisebuch.de

Pünktlich öffnet sich der Vorhang bzw. der Pfau, dessen Rad die Bühne umspannt, faltet seine Federn zusammen. Harlekin, Pierrot, ein bisschen Ballett, ein bisschen Slapstick, Live-Musik und sehr viel Spaß und Freude bestimmen die nächste halbe Stunde. Alles ohne Worte, daher für jedermann verständlich. Toll ist das Bühnenbild, das in sekundenschnelle wechseln kann von einer Wohnungseinrichtung zur Straßenszene oder zu einem Wald. Alles ist auf Platten gemalt, die schnell raufgezogen oder runtergelassen werden. Königin Margarethe persönlich soll Bühnenbild und Dekoration entworfen haben.

Planetarium
Planetarium © EKö - Reisebuch.de

5.Tag

Unser Abreisetag beginnt mit Kofferpacken. Nach dem Frühstück laufen wir einmal in die entgegengesetzte Richtung, nach Westen, vom Bahnhof weg. Hier sieht man kaum noch Touristen, dafür Leute mit Einkaufstaschen und ein paar mehr Sexshops.
Immer wieder überraschen uns die kurzen Wege. So auch jetzt, als wir an der Vesterbrogade 59 auf einmal vor dem Københavns By-Museum, dem Stadtmuseum stehen, das wir viel weiter weg vermutet hatten. Im Hof steht ein Modell Kopenhagens im Mittelalter, 1500 steht auf der Tafel daneben. Jedes Haus ist aus Ton gebrannt und liebevoll gestaltet, dazwischen stehen Bonsai-Bäumchen, den Boden bedecken Kriechpflanzen. Wir schauen uns die Miniaturstadt von allen Seiten an, ins Museum gehen wir jedoch nicht.

In einer Parallelstraße befindet sich ein markanter Bau, der wie ein schräg abgeschnittener runder Turm aussieht. Dies ist das Tycho Brahe Planetarium (Gammel Kongevej 10). Tycho Brahe (1546-1601) gilt als Begründer der modernen Astronomie. Dieser Bau jedoch ist erst gut 20 Jahre alt, ist Europas größtes Planetarium und beherbergt zudem ein IMAX-Kino und 3D-Kino.

"Water Mother" in der Ny Carlsberg Glyptothek © EKö - Reisebuch.de

Neben dem Tivoli am Andersen Boulevard befindet sich Ny Carlsberg Glyptotek am, schräg gegenüber vom Dansk Design Center. Der Eintritt ist mit der Copenhagen Card wieder gratis. Zwei große Löwen bewachen das imposante über 100 Jahre alte Gebäude. Eigentlich handelt es sich um zwei Gebäude, die durch einen gedeckten Hof, den Wintergarten, verbunden werden. Ruhebänke unter Palmen und Springbrunnen laden zum Verweilen ein, aber dazu ist leider keine Zeit. In einem Brunnen liegt eine schneeweiße Marmorfigur, die von Dutzenden von kleinen Säuglingen umgeben ist, ein Werk Kay Nielsens mit dem Titel „Water Mother“.

Die umfangreiche Kunstsammlung geht auf die Privatsammlung des (Carlsberg) Brauereibesitzers Jakob Christian Jacobsen zurück. Die Brauerei finanziert noch heute das Museum mit, da von jeder verkauften Flasche Bier ein Teil der Glyptothek zugeführt wird.
Die sehr großzügig präsentierten Exponate reichen von der Antike bis Thorvaldsen. Römische und griechische Köpfe, seltsamerweise fast alle mit abgeschlagenen Nasen, Ägyptische und Etruskische Kunst, Reliefs und lebensgroße Figuren begeistern durch ihre Detailtreue.
Zum dritten Mal stehen wir vor dem Thorvaldsen-Christus. Klar, dass seine geniale Kunst auch hier nicht fehlen darf.

Glyptothek Treppe
Treppe in der Glyptothek © EKö - Reisebuch.de

Moderne Treppenanlagen verbinden die Etagen miteinander. In einigen Räumen werden Gemälde gezeigt, zum Beispiel von Renoir und Degas, Gauguin und Manet. Aber am besten gefällt mir die Leichtigkeit, mit der so harter Stein wie Marmor bearbeitet worden ist, um so großartige Skulpturen und Reliefs entstehen zu lassen, wie sie hier zu bewundern sind.

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