Typisch italienisch!



Florenz
Florenz - typisch italienisch?!! CC0

„Ein Land, in dem es im Schatten mehr Sonnenschein gibt als in England unter wolkenlosem Himmel.“

 

Italien ist berühmt für kulinarische Spezialitäten wie Pizza, Spagetti, Cappuccino, Eis, Wein und Käse. Denkt man an Italien, fallen einem spontan Begriffe wie Rom, Papst, Vatikanstaat, Petersdom, Fiat, Vespa, Ferrari, Venedig, Michelangelo, das Kolosseum, Pompeji, Vesuv und Ätna ein.



Vatikan © walkerssk-pixabay.com
Der Petersplatz in Rom © walkerssk-pixabay.com

Was ist typisch italienisch? *

Mit Italien verbindet man vor allen Dingen Rom, „die ewige Stadt“. Der Beiname rührt daher, dass Rom in der Antike viele Jahre die Hauptstadt des „Römischen Reiches“ war. Innerhalb Roms befindet sich der Vatikanstaat, der kleinste allgemein anerkannte Staat der Welt und Wohnsitz des Papstes. Im Vatikanstaat liegt der Petersdom, eines der größten Kirchengebäude der Welt, sowie die Sixtinische Kapelle, in der Fresken des berühmten italienischen Malers und Bildhauers Michelangelo zu sehen sind. In Rom gibt es viele weltberühmte Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, die Spanische Treppe, der Trevi-Brunnen und das Forum Romanum.
Denkt man an italienisches Essen, denkt man unwillkürlich an Pizza. Die Pizza ist ein würzig belegtes Fladenbrot, das vor dem Backen mit allerlei Zutaten belegt wird. Erfunden wurde sie vermutlich in Neapel. In Italien ist sie praktisch in jedem Restaurant auf der Speisekarte zu finden.
Spaghetti fehlen ebenfalls auf keiner Speisekarte in Italien, wobei sie im Gegensatz zu Deutschland keine Hauptspeise sind, sondern Teil eines mehrgängigen Menüs. Erfunden wurden die Spagetti jedoch nicht in Italien, sondern in China, was 4000 Jahre alte Nudelfunde beweisen.



Kaffee © pixamaus-pixabay.com
Cappuccino vor der Kulisse von Venedig © pixamaus-pixabay.com

Den besten Cappuccino der Welt genießt man in Italien. Er besteht zu etwa gleichen Teilen aus Espresso, heißer Milch und heißem Milchschaum. Die Italiener nehmen ihn fast ausschließlich zum Frühstück ein. Der Name Cappuccino leitet sich von den Kapuzinermönchen ab, deren Kuttenfarbe in etwa dem Braunton eines Cappuccinos entsprach.
Ein anderes typisch italienisch Getränk: Chianti bzw. Wein im Allgemeinen. Hier belegt das Land in puncto Konsum pro Kopf und Jahr mit 22,4 Litern den dritten Platz weltweit (Stand: 2018): Chianti, Amarone, Barolo, Valpolicella, Montepulciano und Co. munden eben hervorragend.

Automarken wie Fiat und Ferrari haben ihren Firmensitz in Italien. Die italienische Automarke Ferrari ist durch Sportwagen berühmt geworden. Enzo Ferrari, ein ehemaliger Rennfahrer, gründete das Unternehmen 1947. Heute gehört es zu 90 Prozent dem Fiat-Konzern. Das Autofahren an sich verläuft in Italien tendenziell chaotisch: Der typische Italiener ist – zumindest im Straßenverkehr – nämlich eher egoistisch. Ob jemand anderer Vorfahrt hat, interessiert ihn nicht. Genauso egal ist es ihm, dass ein anderer den Parkplatz zuerst entdeckt hat. Und auf Fußgänger und rote Ampeln wird generell wenig Rücksicht genommen.

Die Vespa ist aus Italien nicht wegzudenken. Wo man auch hinkommt, die Straßen sind voll mit diesen Motorrollern. Die erste Vespa kam 1946 auf den Markt, sie war als einfaches, sparsames Fortbewegungsmittel konzipiert. Aufgrund ihres zeitlosen Designs ist die Vespa heute noch genauso so beliebt wie früher.

Genauso typisch italienisch ist der Piaggio Ape: In vielen anderen Ländern der Welt würde dieses Gefährt wohl belächelt werden. In Italien sind aber viele Dorfstraßen noch immer sehr schmal, ein Ape ist daher im Alltag sehr praktikabel und nach wie vor bei den Italienern sehr beliebt.

La Mamma: Sie ist das Zentrum der Familie. Über ihre Kinder wacht sie wie eine Löwin, genauso sorgsam hütet sie alle Familienrezepte. Bekanntermaßen fällt es italienischen Männern schwer, nach der Hochzeit die Mutter zu verlassen. Wohl auch deshalb leben beinahe 40 Prozent der Italiener auch nach der Eheschließung maximal einen Kilometer von ihrer Mamma entfernt. Und mehr als 60 Prozent der Italiener unter 35 Jahren wohnen noch bei ihren Eltern.

Bella Figura: Der typische Italiener will und muss stets gut aussehen – wohl auch deshalb, weil Männer anderenfalls nicht dem Klischee des Italo-Players standhalten könnten. Doch auch die Damen wählen im fortgeschritteneren Altern besonders sorgfältig ihre Garderobe aus, bevor sie einen Schritt vor die Tür setzen. Italiener sind eben stilbewusst. Daher trägt ein typischer Italiener im Sommer auch keine kurzen Hosen, und typisch italienische Urlauber sichtet man nirgends auf der Welt im Outdoor-Outfit. Ein Faible für Mode ist wohl auch typisch italienisch: Schließlich stammen unzählige Haute Couture-Marken aus dem Land: etwa Gucci, Prada, Versace, Moschino oder Guess.

Sportmoderatorinnen: In Italien sind es vornehmlich hübsche Frauen, die durch Sportsendungen führen – das wirkt sich natürlich auf die männliche Zuschauerzahl aus. Da drängt sich natürlich die Frage auf: Geht es dem typisch italienischen Mann um den Sport oder die Moderatorin – oder doch um diese einzigartige Kombination.

Zwei Mini-Staaten im Land: Italien ist die Heimat zweier Mini-Staaten: Der Vatikan im Zentrum von Rom hat um die 450 Einwohner. Etwas größer ist San Marino. Beide Staaten sind unabhängig und trotzdem typisch italienisch. Im Vatikanstaat, dem kleinsten allgemein anerkannten Staat der Welt und Wohnsitz des Papstes liegen außerdem der Petersdom, eines der größten Kirchengebäude der Welt, sowie die Sixtinische Kapelle, in der Fresken des berühmten italienischen Malers und Bildhauers Michelangelo zu sehen sind.

Religion und Glaube: Es kommt nicht von ungefähr, dass in der Mitte des Landes der Mittelpunkt der katholischen Kirche liegt – die Italiener haben einen äußerst starken Glauben. So gibt es geradezu Popstars unter den katholischen Heiligen: Padre Pio wird für seine Stigmata derart verehrt, dass seine Gefolgschaft selbst an den Händen blutet. Seit 2002 wurde dieser heiliggesprochen und seither intensiv kommerzialisiert. Daran wiederum stößt sich lediglich der Vatikan.

Ferragosto: Am 15. August hat ganz Italien frei – dann feiern die Katholiken und folglich die typischen Italiener Maria Himmelfahrt. Außerdem gilt dieser Tag als heißester Tag im Jahr und er markiert den Wendepunkt des Sommers. Es ist auch die Zeit, in der sich Millionen Italiener aus dem Norden Richtung Süden begeben, um sich einige Wochen zu erholen.

Dolce Vita: Das leichte, süße Leben bezieht sich auf die typisch italienische Lebensart: Dazu gehört das quirlige Treiben auf den Straßen, die melodische Sprache und ausladende Gesten. Trifft man sich abends auf der „Piazza“, dem zentralen Ortsplatz, stehen ausgiebige, temperamentvolle Unterhaltungen am Programm.

Die Mafia: Schon der Vollständigkeit halber ist das beim Thema typisch italienisch zu erwähnen, auch wenn es auch viel mit Vorurteilen zu tun hat. Und doch ist etwas dran. Sizilien wird jedenfalls von der Cosa Nostra beherrscht, die Ndrangheta stammt aus Kalabrien und die Camorra aus Napoli – Italien ist auch populär für Mafiosi und die Mafia auch zum Export-Schlager avanciert. Al Capone hieß übrigens in Wirklichkeit Alfonso. Die New Yorker Unterwelt teilen sich übrigens fünf Familien mit italienischen Namen: Lucchese, Genovese, Bonanno, Gambino und Colombo.

Oper: Fast alle bekannten Opern sind auf Italienisch – manche mögen zwar von Mozart stammen, doch Guiseppe Verdi ist der berühmteste Opernautor. Und die Scala, das bekannteste Opernhaus der Welt, hat ihren Sitz in Mailand. Auch der Opernstar schlechthin, Luciano, Pavarotti, war ein Italiener.

(Elisabeth Pfurtscheller)

Mieze © akiragiulia-pixabay.com
Eine von etwa 7,4 Mill. Hauskatzen in Italien.© akiragiulia-pixabay.com

Gewusst?

Als McDonald’s 1986 in Rom eine Filiale eröffnete, verteilten Demonstranten kostenlose Pasta, um gegen das amerikanische Fastfood vorzugehen. Apropos Amerika: New York City liegt etwas südlicher als Rom. In der italienischen Hauptstadt ist Singen und Tanzen in Gruppen von mehr als drei Personen nicht gestattet: Geldbußen von mehr als 500 Euro sind möglich! Da die Römer Katzen so sehr lieben, gelten sie als biokulturelles Kapital: Jeder, der eine Katze tötet, kann bis zu 10.000 Euro Strafe zahlen oder bis zu drei Jahren Gefängnis verurteilt werden – eine kommunale Verordnung schützt die „colonie feline“ (Katzenvölker). Rom hat mehr Brunnen als jede andere Stadt weltweit: nämlich gut 2.000, einige sind sogar Trinkwasserbrunnen. Die Spanische Treppe in Rom ist übrigens gar nicht spanisch: Ein italienischer Architekt entwarf sie, finanziert wurde sie durch den Nachlass eines französischen Diplomaten – benannt ist sie nach dem Platz und dessen Name lässt sich auf die spanische Botschaft beim Heiligen Stuhl zurückführen. In ganz Italien werden jährlich 14 Milliarden Espressi konsumiert – die Einheimischen verbrauchen jährlich mehr als 3,7 Kilogramm Kaffee pro Kopf. Das italienische Alphabet umfasst nur 21 Buchstaben – J, K, W, X und Y kommen nämlich lediglich in Fremdwörtern vor. Italien verzeichnet dafür mehr Erdbeben als jeder andere europäische Staat – der Grund: die vulkanische Aktivität. Und Pizza zählt zu jenen wenigen Wörtern, die man weltweit fast überall versteht. Insgesamt soll es in Italien mehr als 600 unterschiedliche Pastasorten geben und den kürzesten Fluss weltweit: Der Fluss Aril fließt in Malcesine – in der Provinz Verona – und ist nur 175 Meter lang, auf seinem kurzen Weg zum Gardasee überqueren ihn drei Brücken, außerdem hat er einen Wasserfall, seinen Ursprung hat er in einem kleinen See. Paparazzi bedeutet übrigens „kleine Mücken“ – dieses Kunstwort ergibt sich aus „pappataci“ (Mücke) und „ragazzo“ (kleiner Junge). Wer Papst werden möchte, muss kein Priester sein: Jeder unverheiratete männliche Katholik über 35 kann gewählt werden, muss dann jedoch Priester werden. Global verzeichnet der Vatikan übrigens die höchste Kriminalitätsrate auf der Welt – das gilt aber nur statistisch und durch die niedrige Einwohnerzahl: Hier leben rund 600 Staatsbürger und jährlich gibt es mehr als 400 Delikte, viele davon sind Taschendiebstähle. Jährlich kommen im Vatikan fünf Babys zur Welt, der Nachwuchs kommt oft von Gardisten.

 

Typisch italienisch! ist ein Auszug aus:

Länderklischees
Alle Iren haben rote Haare