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Essen und Trinken auf Formentera


Formenteras Beiträge zur Trinkkultur sind der bittersüße Aperitif Palo, der mit wildem Thymian aromatisierte Likör Frígola und der Anisschnaps Hierbas, der seinen typischen Geschmack durch ein Dutzend Kräuter der Insel erhält. Der einheimische Wein vi pagès ist gehaltvoll herb, aber nicht jedermanns Sache.

Tipp:

Ein spezielles Formentera Kochbuch mit typischen Rezepten und lustigen Illustrationen bieten wir in unserem Buchshop von Krimiautorin Irene Rodrian, die Formentera seit über 50 Jahren genauestens kennt.

 

Einen charakteristischen Formentera-Geschmack haben auch der mit Pfefferminzblättern belegte Schafskäsekuchen Flaó, der Nachtisch Greixonera, eine Art Brotpudding mit Karamelsoße, und die hausgemachte Streichwurst Sobrasada, bei der viel süßer Paprika verwendet wird. Typisch für die Inselküche sind die deftigen Eintöpfe, die man in den Restaurants jedoch nur selten findet:

• Sofrit pagès, Bauernragout, ist ein Gericht aus verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten.

• die Tinte von frischen Tintenfischen gibt dem Arroz a la bruta und Arroz negro, dem schwarzen Reis, Farbe und Geschmack.

• Ensalada de peix sec ist ein Salat aus Tomaten, Paprika und Zwiebeln, der mit Trockenfisch und oft auch noch mit eingeweichtem Bauernbrot und Kartoffelstückchen angereichert wird.
Also, keine hohe Küche, aber durchaus einen Versuch wert. Unbedingt probieren sollte man die typischen Kleinigkeiten der Insel:

• gespaltene Oliven, die mit Fenchelkraut und Zitronenblättern eingelegt werden.

• Feigen, die zusammen mit allerlei Kräutern getrocknet werden.

• Schafskäse, der besonders gut mit Honig schmeckt, den Formenteras Bienen in den Thymianfeldern gesammelt haben.

Bei den Fischen ist vor allem der Raor zu nennen, klein und von tropischem Aussehen, der fast nur in den Gewässern rund um Formentera vorkommt. Doch frische Fische und Meeresfrüchte aus den heimischen Gewässern haben nicht nur ihren Preis, sie sind kurioserweise viel teurer als jene Ware, die vom Atlantik oder gar vom anderen Ende der Welt herantransportiert wird. Hinzu kommt die Unsicherheit; manchmal gibt es welchen, dann wiederum zuckt die Fischverkäuferin mit den Achseln, das Wetter sei schlecht gewesen oder die Ausbeute gering. Fischfang wird, mit Ausnahme von ein paar Berufsfischern, nur noch für den eigenen Bedarf betrieben. Wohl dem, der noch einen Freizeitfischer kennt!

Auch Fleisch und Gemüse von der Insel, sofern man es überhaupt in den Geschäften erhält, ist teurer als die importierte Ware. Doch dafür schmeckt beispielsweise ein Landhuhn, das einige Monate in der Inselerde gescharrt hat, auch wirklich wie ein Huhn. Auch hier ist es gut, unter seinen Bekannten jemanden zu haben, der von den schmackhaften Tomaten, den Dicken Bohnen, den Paprikas und Kartoffeln, die auf dem Inselacker gewachsen sind, etwas verkauft. Denn einen Bauernmarkt sucht man auf Formentera vergebens. Leider!

Speiselokale gibt es an die hundert. Die dort überwiegende internationale Küche ist alles in allem durchschnittlich.