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Typisch Spanisch Teil 2



Paella
Paella, eines der spanischen Nationalgerichte ©WikimediaImages-Pixabay

Typisch spanisch?

Gegessen wird spät: In Spanien stellt das Abendessen die Hauptmahlzeit dar und dabei wird richtig geschlemmt. Dazu versammeln sich die Spanier frühestens um 20:00 Uhr, meistens erst gegen 22:00 Uhr, um gemeinsam mit Freunden und der Familie – auch die Jüngsten sind selbstverständlich dabei – Brot, Aioli, Serrano-Schinken, Paella, das Nationalgericht Tortilla de Patata (Kartoffelomelette) oder Tarta da Santiago, dem typischen Mandelkuchen mit Jakobskreuz, zu verzehren. Fehlen dürfen außerdem Vino tinto, Cerveza oder Sherry nicht. Leichte Kost gibt es hingegen morgens (z.B. Churros – Ölgebäck) und mittags – das hängt aber natürlich auch mit dem Klima zusammen: Auch in Deutschland würde man bei 41° C im Schatten um 13:30 Uhr keinen Schweinebraten verzehren.

Nationalhymne ohne Text:
Die Marcha Real hat keine Worte und ist eine der ältesten Nationalhymnen in Europa. 2008 bestanden Bestrebungen, das zu ändern, damit Sportler bei wichtigen Wettkämpfen ihre Hymne singen können – im Rahmen eines Bewerbs fanden sich sogar mehr als 7.000 Textvorschläge, doch die Öffentlichkeit lehnte, bevor es zur Siegerehrung kam, diese Idee ab und so singen die spanischen Sportler die Marcha Real bis heute ohne Text.



Straßendeko Fiesta
Bei jeder Fiesta werden die Straßen festlich dekoriert. ©SJTUK-Pixabay

25.000 Fiestas pro Jahr:
Man sagt den Spaniern nach, dass sie gesellige Genussmenschen sind und gerne feiern – das muss wohl stimmen, betrachtet man die unglaubliche Zahl von 25.000 Fiestas jährlich. Diese werden zu Ehren der regionalen Schutzheiligen veranstaltet. Der typische Spanier verbringt gerne Zeit mit seinen Mitmenschen – die Freizeit wird meistens gemeinsam, mit der Familie, Nachbarn und Freunden, verbracht. In der Regel trifft man sich aber nicht zu Hause, sondern in Restaurants, Bars oder bei einer Fiesta.

Familie und Freunde stehen an erster Stelle:
Selten definieren sich Spanier über ihre Karriere, für ihre Identität bestimmend ist die Familie und das Umfeld. Die Familie lässt sich in Spanien durchaus als Heiligtum bezeichnen – am meisten Zeit wird mit der Familie verbracht. Kinder lieben die Spanier und entlocken ihnen immer mindestens ein Lächeln, vor allem Frauen streicheln auch fremden Kleinkindern gerne über den Kopf. Generell werden Beziehungen sorgfältig gepflegt und beinahe alles unternimmt man gemeinsam mit anderen. Der typische Spanier schafft sich gerne eine Umgebung, in der er sich wohl fühlt – in der Familie und mit Freunden. In Spanien ist man jemand, wenn man einer Gruppe angehört – egal ob unter Nachbarn, im Beruf oder in bei Freizeitaktivitäten. Das Zusammengehörigkeitsgefühl in Spanien ist so groß, dass viele selbst zur Beerdigung der Eltern eines Arbeitskollegen gehen, welchem sie nicht sehr nahe stehen. Generell gilt, dass zwar jeder für sein Tun verantwortlich ist, bei einer Entscheidung wird das Interesse der Gruppe aber immer berücksichtigt.

Besondere Tage:
In Spanien macht man „Aprilscherze“ traditionell am 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder, Weihnachtsgeschenke haben die Heiligen drei Könige, am 6. Januar, im Gepäck. und Unglück bringt nicht ein Freitag, sondern ein Dienstag, der 13.

Unpünktlichkeit ist kein Problem:
Im Gegensatz zu den Deutschen sind Spanier nicht dafür bekannt, großen Wert auf Pünktlichkeit zu legen. Bei Verabredungen ist eine Verspätung also kein Problem – mehr als 30 Minuten sollten es aber nicht sein, das gilt auch in südlicheren Breitengraden als nicht sehr höflich.

Beliebteste Spirituose:
Keineswegs ist Sangria das Nationalgetränk der Spanier, wie es Ballermann-Touristen und Co gerne vermuten – Spanien ist nämlich das Land mit dem höchsten Gin-Konsum pro Kopf in Europa.

Ein Beso zur Begrüßung:
Auch bei der ersten Begegnung begrüßt man sich in Spanien gerne mit einem Küsschen auf die Wangen, während in Deutschland ein Händeschütteln als freundliche Begrüßung reicht.