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Science Center

Wie kreativ und spannend Museen sein können, wird besonders in den Science Centers deutlich. In diesem Museumstyp werden Phänomene aus Wissenschaft und Technik über Experimente nähergebracht, an denen man selbst teilnimmt bzw. sie auslöst. Sehr gut sind das Ontario Science Centre in Toronto und Science North in Sudbury, ferner das Boston Museum of Science.

Industriemuseen

Die Aufarbeitung der industriellen Vergangenheit (wissenschaftlich und soziologisch) wird an vielen Orten geleistet; umfassend im Ford Museum in Detroit, hervorragend in Lowell/Massachussetts, einer der ersten Industriestädte des Kontinents, sowie in Shawinigan/Quebec, wo die Bedeutung der Elektrifizierung – mit einigen Show-Effekten – gezeigt wird. Akademischer ist das MIT Museum in Cambridge/Massachussetts.

Children's Museum

Dem Prinzip »Mitmachen« und »Mitdenken« (hands-on/minds-on) folgen auch die hier und dort zu findenden Museen für Kinder. Kinder werden spielerisch in viele Bereiche der Umwelt eingeführt, sei es kulturell, sozial oder technisch. Auch für Erwachsene kann der Besuch in einem Children’s Museum, z.B. in Boston oder Chicago, ein Gewinn sein. Man staunt, was da alles zu erfahren ist.

Maritime Museum

Überall, wo Schiffahrt eine Rolle spielte und spielt – an den Großen Seen, am St. Lorenz-Strom und Kanälen und natürlich an der Atlantikküste – gibt es maritime Museen, die sich mit unterschiedlichsten Aspekten der Seefahrt, des Seehandels (Peabody Museum in Salem), des Bootsbaus (Bath/Maine), des Fisch- und Hummerfangs (in Lunenburg/Nova Scotia) usw. befassen. Oft gehören nostalgische Schiffe zum Bestand.

Im Freilichtmuseum Mystic Seaport/Connecticut sind Seefahrt und -handel und die damit verbundenen Gewerbe besonders authentisch und lebendig dargestellt; dort liegt eine Reihe besonders schöner alter Schiffe am Kai, unter Anderen auch einen Nachbau der Amistad.

An der Atlantikküste räumen viele maritim orientierte Museen dem Walfang breiten Raum ein. Die Whaling Museums in New Bedford und Nantucket (Massacusetts) sind die besten ihrer Art.

Viele Küstenorte haben ein Aquarium. Besonders lohnend sind die großen Komplexe in Chicago und Boston. Kleinere Aquarien findet man z.B. im Acadia National Park in Maine, im Mystic Seaport/Connecticut und in Niagara Falls/New York State.

Zoologische Gärten

Wie die Museen wurden in Amerika auch die Zoos in vielen Fällen nach neuen Konzepten gestaltet. Ganz ausgezeichnet sind der Zoo in Toronto , New York (Bronx) und der Biodôme in Montréal, eine Mischung aus Zoo und Botanischem Garten.

Spezialmuseen

Fast jede Stadt, jeder Landstrich hat – vor allem in den USA – eine Besonderheit aufzuweisen. Wer sich z.B. für Geschichte und Herstellung des Maple Syrup interessiert, erfährt darüber alles in Pittsford/Vermont. Einige Kilometer weiter in Proctor ist Marmor das Thema. Und wer schon immer über die sozio-kulturelle Bedeutung von Schuhen aufgeklärt werden wollte, ist richtig im Bata Shoe Museum in Toronto.

Über die Mennonites und Amish People kann man in St. Jacobs/Ontario alles in Erfahrung bringen, über die Acadians in Bonaventure/Québec. Einige Museen sind spezialisiert auf echt Amerikanisches, seien es alte Autos, Eisenbahnwaggons, Fahnen und Waffen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg oder Kunstwerke aus Glas (z.B. Heritage Plantation, Sandwich/Massachusetts, Bennington Museum/Vermont). Spitze in dieser Hinsicht ist das Shelburne Museum/Vermont.

Living Museum

Im Osten Canadas und in Neuengland gibt es eine ganze Reihe »Lebender Museen«, deren – gewöhnlich nicht so aufwendige – Variante bei uns als Museumsdorf bezeichnet wird.

In wiederaufgebauten und/oder liebevoll restaurierten authentischen Dörfern oder in Militär- und Handelsforts aus dem 19. Jahrhundert wird während der Touristensaison die Rolle der früheren Bewohner von Ortsansässigen und Studenten übernommen und in zeitgenössischer Kleidung lebensecht nachgespielt.

Oft beschränkt man sich nicht nur aufs »Schauspiel«, sondern fertigt tatsächlich Fässer, Boote, Lederkleidung und manches mehr auf alte Art. Einige dieser Komplexe werden ganz normal bewohnt und alternativ bewirtschaftet. Musik- und Kriegsspektakel in alten Uniformen, bei denen manchenorts nicht nur paradiert, sondern »gemetzelt und geschossen« wird, gehören in vielen Anlagen zum Programmm.

Die besten lebenden Museen

Die besten lebenden Museen sind die Plimoth Plantation/Massachusetts, die ein Dorf der ersten Siedler zeigt, das Old Sturbridge Village/Massa chusetts, das Upper Canada Village bei Morrisburg/Ontario und Kings Landing Historical Settlement bei Fredericton/New Brunswick. Die letzteren thematisieren das dörfliche Leben englischer Kolonisten bzw. der Amerikaner im 19. Jahrhundert. Die Fortress Louisbourg auf Cape Breton/Nova Scotia, ist eine beeindruckende Festung und Kleinstadt aus dem 18. Jahrhundert. Das Fort Colonial Michilimackinac mit Dorf bei Mackinaw City in Michigan und die Missionsstation St. Marie among the Hurons (1639) an der Georgian Bay in Ontario sind ebenfalls sehenswert.

Halls of Fame


Sportmuseen heißen im Amerika Hall of Fame, wörtlich: »Halle der Berühmtheit«. Solche Sporttempel erfreuen sich bei Fans großer Beliebtheit. Da sind z.B. die Tennis Hall of Fame in Newport/Rhode Island, die Hockey Hall of Fame/Toronto, Horse Racing Hall of Fame/Saratoga Springs und die Baseball Hall of Fame/Cooperstown, letztere beiden in Upstate New York. Es muss aber nicht immer Sport sein. Ganz hervorragend ist z.B. die Rock’n Roll Hall of Fame in Cleveland.

Universitäten

Auf den Campus-Komplexen der berühmten Ivy League Universities in Neuengland finden sich oft gleich mehrere museumsartige Sammlungen. Ein Besuch lohnt sich oft allein schon wegen ihrer bemerkenswerten Lage und Anlage. Die älteren, teils Oxford- und Cambridge-Vorbildern nachempfundenen Gebäude inmitten grüner Parks sind tatsächlich in vielen Fällen mit Efeu (Ivy) bewachsen. Einige beherbergen große Kunstsammlungen, gespendet von vermögenden Alumni (ehemaligen Studenten).

Harvard und Yale haben im amerikanischen Osten die größten Sammlungen, aber auch kleinere nicht minder feine Universitäten, z. B. Dartmouth in Hanover/New Hampshire und Williamstown/Massachusetts bieten mit ihren Kunstsammlungen einiges. Mehrere wissenschaftliche Museen und Bibliotheken sind ebenfalls sehenswert. In den meisten der teuren Eliteanstalten gibt es Führungen durch den Universitätskomplex.