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Das Klima in den Weststaaten


Saison und Klima im Westen der USA

Reisen außerhalb der beiden Monate Juli/August sind im besonders attraktiven Südwesten gleichzeitig auch klimatisch empfehlenswerter, dagegen gibt es andere Regionen, für die der Hochsommer eindeutig die beste Reisezeit ist. Im Mai oder Oktober darf man etwa im Yellowstone Nationalpark nicht auf gutes Wetter hoffen, vielmehr ist mit Kälte und Sperrung der Pässe wegen Schnee zu rechnen. Selbst die Monate Juni und September können dort witterungsmäßig kritisch sein. Kurz: Wer Yellowstone »im Auge« hat, findet die besten Bedingungen vor Ort im Juli und August vor. Das Beispiel zeigt, dass durchaus nicht alle Reisevorhaben sich mit Aussicht auf leidlich gutes Wetter beliebig – sagen wir – zwischen April und Oktober realisieren lassen.

Klimazonen im Westen der USA

Zur Kenntlichmachung der Klimazonen und ihrer touristischen Auswirkung kann die geographische Unterteilung, herangezogen werden:

Höhenlagen

Für unliebsame Überraschungen gut sind grundsätzlich alle Hochlagen der Rocky Mountains von der kanadischen Grenze bis hinunter in den Süden Colorados und der Kaskaden. Das bedeutet Schnee und Eis oft bis Mitte Juni, gelegentlich noch später, und wiederum ab Mitte September. An sich überwiegende Schönwetterperioden in den Sommermonaten können schon mal recht unstabil ausfallen und durch ausgesprochen ungemütliche Regentage in Folge unterbrochen werden. Bei der Erörterung der Campingbedingungen wurde bereits darauf hingewiesen, dass in Höhen ab 2.000 m auch tagsüber hochsommerliche Temperaturen Nachtfröste nicht ausschließen. Im Camper sind Minusgrade zwar ein geringeres Problem, aber nördlich der Linie Denver/San Francisco hat man bei Reisen vor Mitte Juni und ab spätem September schon hier und dort das Risiko verschneiter Passhöhen.

Hochebene

Die intermontanen Plateaus sind hingegen Gutwettergebiete. Im Norden (Wyoming/Montana) überwiegt der Einfluss des kanadischen Kontinentalklimas mit warmen, periodisch sogar sehr heißen Sommern, aber auch frühen Wintereinbrüchen. Das wegen seiner Nationalparks der Sonderklasse hochinteressante Große Plateau unterliegt tendenziell dem Südwestklima, das aber durch die Höhenlage abgemildert wird. Beste Reisezeiten sind dort Mai/Juni und September. April und Oktober gelten mit vielen Sonnentagen ebenfalls als gute Reisemonate, allerdings mit der Einschränkung oftmals noch/schon recht niedriger Tagestemperaturen bei teilweise scharfen Nachtfrösten. Höher gelegene Gebiete wie der Nordrand des Grand Canyon sind dann mitunter noch/schon geschlossen und im Bryce Canyon kann im Oktober bereits der erste Schnee fallen.

Big Basin / Wüste

Anders sieht es aus im Big Basin Bereich von der südkalifornischen Wüste bis hinauf ins zentrale Oregon. Die Hitze im Juli/ August liegt ohne Klimaanlage oft jenseits des Erträglichen (bekanntlich extrem im Death Valley bis 50°C ). Dafür lässt sich das "Todestal" von November bis April angenehm bereisen.

Columbia Plateau

Niederschläge in diesen Trockengebieten beschränken sich im allgemeinen auf kurze und heftige Gewitterschauer. Weiter nördlich auf dem Columbia Plateau, westlich der Blue Mountains (Pendleton/Oregon) und im zentralen Washington gilt Ähnliches, jedoch mit dem Unterschied nicht ganz so hoher Temperaturen vor allem in Frühjahr und Spätherbst.

Westküste

Entlang des pazifischen Küstenstreifens von Monterey bis zur Olympic Halbinsel herrscht ein frisches Meeresklima, das selbst im Sommer kühle Tage, Regen und Nebel mit sich bringen kann. Selbst im Hochsommer erwärmt sich nördlich von Santa Barbara der Ozean kaum über 15°C. Daraus resultiert bei gleichzeitig hoher Sonneneinstrahlung und Hitzeentwicklung im Landesinneren etwa ab Juni der berüchtigte Seenebel entlang der gesamten Nordund Zentralküste Kaliforniens. Speziell der sog. June Gloom kann für anhaltend trübes Wetter sorgen. Nur ohne Bewölkung ist es dort im Sommer erfreulich warm. Bessere Aussichten auf angenehme, sonnige Tage hat man dort im Mai und im Herbst.

Pazifikküste südlich von Santa Barbara

Südlich von Santa Barbara überwiegt das im Sommer sehr, in Frühjahr und Herbst angenehm warme und im Winter milde südkalifornische, dem mediterranen vergleichbare Klima. Auch die Wassertemperaturen steigen langsam, erreichen aber erst bei San Diego Sommerwerte über 20°C. Der Seenebel über den Stränden wird seltener, je weiter südlich man kommt.

Hinterland Westküste / Kaskaden und Sierra Nevada

Die Tiefebenen zwischen dem Küstengebirge und den Kaskaden bzw. der Sierra Nevada zeigen dem Big Basin ähnliche klimatische Bedingungen. Die Sierra Nevada, Hochgebirge wie die Rocky Mountains, unterscheidet sich von diesen durch stabilere Witterungsbedingungen. Von Juni (in tieferen Lagen auch früher) bis Ende September sind die Aussichten auf klares, sonniges Wetter im allgemeinen sehr gut. In der Höhe muss ganzjährig mit niedrigen Nachttemperaturen gerechnet werden. Die Pässe schneien dort oft schon Anfang Oktober zu, gelegentlich sogar im September, ein wichtiger Aspekt für Reisepläne, die den Besuch der Nationalparks Crater Lake, Lassen Volcanic oder Yosemite einschließen.

Der "tiefe" Südwesten

Der klimatische (!) Südwesten der USA lässt sich in etwa korrekt definieren als Südkalifornien unterhalb der Verbindung Los Angeles– Las Vegas (ohne den Küstenstreifen) plus das südliche Arizona und New Mexico auf der Linie Las Vegas/Phoenix/El Paso, eventuell unter Einschluss der tiefergelegenen Gebiete von New Mexico weiter nördlich und östlich und Südwest-Texas bis nach San Antonio/Texas. Während des Sommers herrschen in diesem Gebiet absolute Trockenheit und höchste Temperaturen bis über 40°C. Immer noch ziemlich heiß, aber gerade noch erträglich sind die Monate Mai und September, beste Reisemonate April (Blütezeit) und Oktober. Mit Niederschlägen eher zu rechnen ist im Winter. Dezember, Januar und Februar bieten auch im südlichsten Bereich des US-Westens gelegentlich Überraschungen wie Minustemperaturen und Schnee, aber insgesamt eher unseren Vorstellungen entsprechende frühlingsartige Wetterbedingungen.