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Das Klima auf Teneriffa im Wechsel der Jahreszeiten


Die Touristenzentren im Süden der Insel werben mit 360 Sonnentagen im Jahr, doch selbst auf der »Insel des ewigen Frühlings« scheint nicht immer nur die Sonne über wolkenlos-blauem Himmel. Auch Teneriffa kennt Jahreszeiten und wechselndes Wetter.

Gegensätze

Da die Klimata an der Nordküste und im Süden erheblich voneinander abweichen, spielen die meteorologischen Daten für die Wahl des Ferienortes eine große Rolle. Der grüne Norden ist generell kühler als der karge Süden und Westen. Zusätzlich sorgen tiefe Schluchten und hohe Bergkämme auf beiden Inselseiten für vielfältige Mikroklimata, so dass man bei einer Inselrundfahrt am gleichen Tag mal Sonne, mal Nebelschwaden, mal kräftige Fallwinde oder heftige Regenduschen erleben kann.

Teneriffa kennt auch Schlechtwetterlagen mit vielen Wolken oder Saharasand in der Luft. Doch dass der Himmel wie bei uns in Nordeuropa über viele Tage grau und zugezogen bleibt, kommt kaum (im Süden nie) vor. Manchmal ändern sich Wind und Wetter mehrmals am Tag und zwar in den verschiedenen Inselbereichen in recht unterschiedlicher Weise.



Nordseite

Wer in punkto Wetter sicher gehen will, sollte im Winter den Norden Teneriffas besser meiden, weil dort die Lufttemperaturen im Schnitt 4°C niedriger liegen als im Süden. Dabei ist mit doppelt so vielen Regentagen zu rechnen, und die Sonne scheint im Schnitt täglich eine Stunde weniger. Dafür ist es auf der Nordseite im Sommer – dann angenehme – 5°C kühler, Grund genug für die ältere (Residenten-) Generation, ihr Domizil im Orotavatal (insbesondere in Puerto de la Cruz) zu suchen.

Passatwolke Tenogebirge © by Hans-R. Grundmann - Reise-know-how - Verlag
Passatwolke über dem Tenogebirge

Passatwolke

Wer im Norden Teneriffas nicht unmittelbar am Meer, sondern in etwas höheren Lagen wohnt, gerät zudem oft an den unteren Rand der dicken  Passatwolkendecke, die oft mittags aufzieht und einem das Sonnenbad auf der Terrasse verderben kann. Sie hängt im Winter 500 m dick zwischen 900 m und 1.700 m und im Sommer 300 m dick in einer Höhe von 600-1.300 m. 

Diese Wolken »schwappen« vor allem im Winter zwischen Güímar und Santa Cruz von Norden herüber auf die andere Inselseite.

Südseite

Generell ist das Wetter im Süden sommers wie winters sehr viel stabiler als im Norden. Nur im Winter kann es kurze variable Perioden (2-3 Tage) geben, wenn feuchtkühle Nordwestwinde Nieselregen bringen. Kräftiger schüttet es, falls der Wind mal aus der falschen, der südwestlichen Richtung weht.

Wind

Überhaupt ist eher der Wind für viele Urlauber das größere Problem als Sommerwolken und vereinzelte Niederschläge. Auch bei guter Wetterlage machen oft starke Fallwinde aus den Bergen Hochfrisuren und Zeitungslesern am Strand zu schaffen. Die böigen Brisen sind die Kehrseite der Feuchtigkeit spendenden Passatwolke im Norden, die nach dem Auftrieb an den nördlichen
Berghängen auf der anderen Seite des Kamms ins Tal bläst. Los Gigantes und El Médano sind davon eher betroffen als das geschützter liegende Las Américas und die Costa Adeje.

An Teneriffas Südküsten haben Ferienapartments weder Klimaanlage noch Heizung, denn beides wurde von der Natur vorinstalliert. Außer im Hochsommer erlauben die Nachttemperaturen selbst dort nicht jeden Abend das Trägerhemdchen. Aber ein leichtes Tuch um die nordeuropäische Schulter reicht allemal – junge Canarias sind da erstaunlicherweise weniger empfindlich und gehen auch nachts im nabelfreien Bustier aus.

Höhenlagen

Richtig kalt kann es in den Bergen werden. Die Fausregel lautet: 1°C kühler pro 100 Höhenmeter. Auch wenn unten in Puerto de la Cruz die Sonne lacht, können die Nordhänge tagelang in der Waschküche liegen. Aber selbst im Süden wird das Finca-Leben im Winter ab 500 m ungemütlich, und nicht nur nachts. So flackert in den Berghotels (600-1.500 m) abends der Kamin, und in den Casas Rurales sorgt der Vermieter für ausreichend Holz vor der Hütte, falls die Heizung schwach ausgelegt ist. Die kleinen Poolanlagen der Berghotels sind gewöhnlich beheizt. Die Cañadas (2.200 m) haben fast 6 Monate Nachttemperaturen unter Null – ganz zu schweigen vom Teidegipfel.