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Mallorcas Straßennetz


Straßennetz

Wenn sie auf eine Straßenkarte von Mallorca schauen, werden Sie bemerken, dass die meisten Hauptstraßen in Palma beginnen und sternförmig in alle Richtungen laufen. Diese Straßen bzw. Autobahnen nach Andratx, Soller, Inca/Alcudia, Manacor oder Llucmajor/Santanyi sind auch die am stärksten Befahrenen mit den höchsten Unfallzahlen.

Das Straßennetz auf Mallorca wurden in den letzten Jahren trotz gelegentlich heftiger Widerstände von Umweltaktivisten und betroffenen Bürgern weiter ausgebaut und erheblich verbessert. Besonders bei den Autobahnen hat sich einiges getan, wenn auch nicht alle kühnen Pläne, wie die Trasse Inca-Manacor, in die Tat umgesetzt werden konnten. Realisiert aber wurde die Verlängerung der Autobahn von Inca in Richtung Alcudia, von Palma Nova nach und um Paguera herum und von Arenal nach und über Llucmajor hinaus Richtung Campos. Auch eine Verbreiterung der Via Cintura, der Stadtautobahn rund um Palma, wurde angegangen und schon teilweise abgeschlossen.

Darüber hinaus hatte die Balearenregierung zur Entlastung des überbordenden Autoverkehrs in und um die Inselhauptstadt den Bau von drei U-Bahnlinien angekündigt, von denen die erste seit 2007 das Zentrum (Plaça España) mit der Universität an der Straße nach Valldemossa verbindet. Leider wurden die weiteren Strecken auf Grund des prekären Haushaltslage nie realisiert. Mehr über öffentlichen Nahverkehr lesen Sie hier.



Verkehrsdichte auf Mallorca

Noch fließt der Verkehr außerhalb der Städte meist einigermaßen ungehindert, aber in Palma gibt es täglich zu den Spitzenzeiten nach wie vor erhebliche Staus an Ein- und Ausfallstraßen und den Autobahnauf- und -abfahrten. 2012 kamen auf die rund 900.000 Bürger Mallorcas fast ebenso viele Fahrzeuge. In Palma gibt es schon mehr Autos als Einwohner. Mallorcas Hauptstadt nimmt damit in ganz Europa eine wenig erfreuliche Spitzenstellung ein. Bislang fehlt es an überzeugenden Konzepten, wie dem ausufernden Verkehr Einhalt geboten oder dieser zumindest sinnvoll reguliert werden kann. Ein paar zusätzliche Tiefgaragen und die Begrenzung der Höchstparkdauer in der Stadt auf 120 min brachten keine sichtbare Entspannung der Situation. Vielleicht wäre eine Art Innenstadt-Maut, wie sie in London seit einiger Zeit recht erfolgreich erhoben wird, auch und gerade für Palma eine praktikable Lösung bei gleichzeitig massivem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, z. B. der beiden noch ausstehenden U-Bahn-Routen. Deren Realisierung erscheint zurzeit jedoch nahezu ausgeschlossen.

Autofahren in Palma

Autofahren in Palma, das die höchste Verkehrsdichte aller spanischen Großstädte aufweist, ist nicht schwieriger als anderswo, wenn man sich dem fließenden Verkehr anpasst und der Fahrer nicht nebenbei Sightseeing betreibt. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang: Fußgänger gelten (leider) wenig auf Mallorca, und sie wissen das auch. Ampelrot hindert Autofahrer nicht unbedingt am weiterfahren, und bei Ampelgelb hält erst recht keiner an. Wenn Sie das tun, laufen sie Gefahr, dass der Hintermann auffährt. Das Gleiche gilt für Zebrastreifen, die ebenfalls nicht sonderlich beachtet werden. Wenn sie höflich und vorschriftsmäßig stoppen, ist das Risiko groß, dass es hinten knallt. Mallorquiner rechnen im Allgemeinen nicht mit einem solchen Verhalten. Auf jeden Fall sollte man vor jedem Stopp in den Rückspiegel sehen.

Abgeschleppt im Parkverbot

Ihr Wagen könnte mit einer »Parkkralle« stillgelegt worden oder sogar fort sein, wenn sie zurückkommen. Dann wurde er vermutlich in den meisten Fällen nicht gestohlen, sondern abgeschleppt. Der nächste Polizist ist bestimmt nicht weit, und der gibt Ihnen Auskunft, unter welcher Telefonnummer Sie anrufen können, um zu erfahren, wo ihr Fahrzeug steht. Dafür existieren eingezäunte Parkplätze an Palmas Peripherie. Haben sie ihr Auto wiedergefunden, erhalten sie es nur zurück, wenn sie ca. €90 »Lösegeld« zahlen.

Die Höhe des Bußgeldes legt die jeweilige Gemeinde fest. Es kann auch schon mal die »Schmerzgrenze« überschreiten. Klagen dagegen sind wenig Erfolg versprechend bzw. sinnlos, denn bis zur Klärung des Falles bleibt das Auto konfisziert.

Was tun bei einer Panne?

Die zentrale Telefonnummer für Notfälle lautet in Spanien wie bei uns 112. Außerdem sollten sie weitere wichtige Nummern in ihr Mobiltelefon speichern, sobald sie auf Mallorca die dortigen Provider, wie z.B. Movistar (Telefónica), Vodafone oder Orange etc. auf ihrem Display sehen.
Bleiben sie mit einer Panne unterwegs liegen und sie sind mit Freunden in zwei Autos unterwegs, dürfen sie sich nicht gegenseitig abschleppen, siehe hier!

Unfallrisiko

Der dichte Verkehr und das rücksichtslose zu schnelle Fahren vor allem unter Alkoholeinfluss forderte jahrelang seinen Tribut mit regelmäßig über 100 Verkehrstoten jährlich (110 auf den Balearen noch in 2005) und Tausenden von Verletzten. Seit strengere Vorschriften gelten und die Polizei durch Kontrollen auch hilft, sie in die Praxis umzusetzen, sind die Unfallzahlen und vor allem die Zahl der Verkehrstoten deutlich zurückgegangen (2010 auf den Balearen insgesamt 54). Das Risiko, auf Mallorca durch einen Verkehrsunfall verletzt oder getötet zu werden, ist statistisch aber immer noch höher als bei uns. Es ist z.B. auch größer, als Opfer eines Verbrechens zu werden. Unter den Unfallopfern befinden sich Jahr für Jahr etliche Touristen und ausländische Residenten.

Was tun bei einem Unfall?

Bei einem Unfall ohne Personen-, aber mit Sachschaden – sei es, dass sie geschädigt wurden oder einen anderen geschädigt haben – brauchen Sie in den seltensten Fällen die Polizei zu rufen. Sollten sie ein Fahrzeug gemietet haben, sehen sie in den Papieren nach, die ihnen der Verleiher (hoffentlich) ausgehändigt hat. Darunter sollten sich ein Formular befinden mit der umständlichen Bezeichnung: Declaración amistosa de accidente de automovil; auf deutsch: »Schadenserklärung zur gütlichen Einigung«, das für die Angaben der beteiligten Parteien vorbereitet ist. In diesen Vordruck müssen die persönlichen Daten beider Fahrer, diverse Daten der Fahrzeuge und Angaben zu den Versicherungsgesellschaften eingetragen werden. Den Vordruck (spanisch und deutsch) kann man auch im Internet z. B. bei www.anwaltsauskunft.de/downloads herunterladen.

Lassen sie sich unbedingt Ausweis, Führerschein und Versicherungsbestätigung des Beteiligten zeigen. Will oder kann er die Versicherungsbestätigung nicht zeigen, so rufen Sie (nun doch) die Polizei über Notruf 112. Es gibt auf Mallorca leider immer noch die Möglichkeit, dass Fahrzeuge unversichert herumfahren. Sofern alles glatt läuft, unterschreiben beide die Schadenserklärung – das ist Vorschrift. Mit dieser Unterschrift übernehmen sie keine Verantwortung für den Schaden und erkennen auch nicht die Schuld am Unfall an, das ist also o.k. Die Schadensmeldung muss danach möglichst umgehend an die Versicherung bzw. – zunächst – an den Autovermieter gehen.

Unfall mit Verletzten

Sollten sie einen Unfall mit Personenschaden haben, so wählen Sie vom nächst erreichbaren Telefon bzw. Ihrem Handy umgehend den Notruf 112 oder 062 für die Guardia Civil (außerhalb geschlossener Ortschaften), schildern sie, was passiert ist (Ansprache auf Deutsch ist überwiegend möglich, zumindest aber auf Englisch), und geben sie ihre ungefähre Position an. Die Polizei organisiert dann ggf. die Hilfsmaßnahmen und nimmt ein Protokoll auf. Gefährden die Unfallfahrzeugen den fließenden Verkehr, sind die Beteiligten verpflichtet, die Fahrzeuge so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone zu entfernen.

Bei der Aufnahme des polizeilichen Protokolls sollten sie niemals eine Erklärung hinsichtlich ihrer responsabilidad (Verantwortlichkeit, hier: Schuld) abgeben. Bei Mietwagen ist das sogar ein Vertragsbestandteil, siehe Kleingedrucktes. Wurden Personen in einem fremden Fahrzeug verletzt, so notieren sie – wenn irgend möglich – deren Namen, Anschrift und Telefonnummer sowie die Daten der Polizei: welche Stelle hat das Protokoll aufgenommen, wo ist es abzufragen? Und sehen Sie zu, dass die Daten und Unterlagen so schnell wie möglich in die Hände der Verleihfirma kommen, sofern ihr Auto gemietet war.